fbpx

23. April 2019

Die Zukunft ist hier! Instructional Design?

Oftmals werde ich gefragt was ist Instructional Design? Was macht man da? Gibt es so etwas in der Schweiz? Daher die Idee einen Blogbeitrag zum Thema Instructional Design zu erstellen.

Was macht ein Instructional Designer?
Instructional Design ist die Schaffung von Lernerfahrungen und -materialien in einer Weise, die zum Erwerb und zur Anwendung von Wissen und Fähigkeiten führt. Die Disziplin folgt einem System der Bedarfsanalyse, der Prozessgestaltung, der Materialentwicklung und der Bewertung ihrer Wirksamkeit. Im Zusammenhang mit dem Lernen am Arbeitsplatz bietet Instructional Design einen praktischen und systematischen Prozess zur effektiven Gestaltung effektiver Lernprodukte. Mit Hilfe von verschiedenen Entwicklungsmodellen werden Erfahrungen und andere Lösungen entworfen und entwickelt, die den Erwerb neuer Kenntnisse oder Fähigkeiten unterstützen. 


Zunächst wird eine Bedarfsanalyse anhand von Interviews und Beobachtungen durchgeführt, um die Bedürfnisse zu ermitteln, zu evaluieren was der oder die Lernende bereits weiss und was sie oder er nach den zu entwickelnden Lehrmitteln wissen und tun sollte. Instructional Designer sind dann verantwortlich für die Erstellung des Kursdesigns und die Entwicklung aller Unterrichtsmaterialien, einschliesslich Präsentationsmaterialien, Teilnehmerhandbücher, Handzettel, Arbeitshilfen oder andere Materialien. Meistens sind sie dann auch beauftragt die Wirksamkeit der Lernlösung zu messen und zu beurteilen.


Allgemeine Vorgehensweise

Es gibt viele Designmodelle, die man in dieser Disziplin anwendet. Die meisten beinhalten immer die Schritte der Analyse, der Entwicklung und der Evaluation. Eine sehr verbreitete Vorgehensweise ist das ADDIE Model:

Analyse
In dieser ersten Phase wird evaluiert, was die Bedürfnisse der Lernenden sind und warum man diese optimieren sollte. Es kann sich dabei sogar herausstellen, dass das Training an sich nicht das Problem ist, sondern andere Umstände Einfluss auf die Performance haben. Hier werden Lernziele definiert und man legt fest, wie eine Schulung durchgeführt wird.

Design & Development
Nun werden Lernpläne, Unterrichtspläne, die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien wie Präsentationen, E-Learning, Arbeitshilfen, Kursleitfaden und alles weitere konstruiert und entwickelt.
Einige Strategien in der Entwicklung von E-Learning Materialien sind z.B.: Gamification, szenariobasiertes Lernen und Micro Learning.

Implementation
In dieser Phase werden die Vorgehensweisen ein- und umgesetzt. Die Aufgabe des Instructional Designers ist es hier in jedem Schritt die Einleitung und die Durchführung zu begleiten.

Evaluation
Mithilfe der Auswertungen kann man feststellen, ob die Lernlösungen positiven Einfluss auf die Lernenden hat und damit auch die Ziele des Unternehmens erreicht. Solche Evaluationen können z.B. mit Hilfe von Interviews und Szenario Simulationen durchgeführt werden. Wichtig ist es, dass die Inhalte zielgruppengerecht entwickelt worden sind. Das heisst beispielsweise: Wie hoch ist das Interaktivitätslevel? Ist die Sprache der Zielgruppe entsprechend angepasst, und vieles mehr.

Addie-model-960x1035.jpg

source: https://elearninginfographics.com/the-addie-model-infographic/

Wie Instructional Design im Content Marketing hilft
Die Erstellung von Marketing Assets gleicht in der Herangehensweise sehr der Erstellung von eLearning Materialien. Im Marketing will man potenzielle Kundschaft engagieren, sie motivieren, zum Kauf anregen, zum Teilen von Posts animieren oder sie dazu bringen Informationen erhalten zu wollen. Die Ziele sind dieselben. Wir möchten in einem möglichst leichten Prozess, das Passendste für die Kundschaft/Lernenden bereitstellen, sie Schritt für Schritt zum Ziel begleiten.

Instructional Design muss ein Produkt effektiv und effizient erklären können, Lernmaterialien in passende Einheiten unterteilen und für die Zielpersonen gerecht aufbereiten. Ein Instructional Designer muss die Auswirkung der Materialen auf die Performance der Lernenden evaluieren und darstellen können. Diese Umschreibungen kennen wir alle bereits vom Marketing wie z.B.: Was sind meine Zielgruppen, wie schaut ein typisches Mitglied dieser Zielgruppe aus, wie und wo spreche ich eine Zielgruppe an usw.

Instructional Design kann also nicht nur die klassischen Methoden und Materialien im Marketing unterstützen, sondern kann innovative Kundenerlebnisse mit mehr Interaktivität schaffen. «Instructional Designer geben einen Einblick, wie kognitive Überlastung im Web vermieden werden kann, indem sie die Interaktivität von Inhalten mit dem richtigen Text und den richtigen Designelementen in Einklang bringen. Instructional Designer nutzen diese Nuancen in der Mensch-Computer-Interaktion, um digitale Inhalte zu erstellen, die den grössten Einfluss auf den Geist des Lesers haben.» sagt Jamie Turner von 60secondmarketer.com. Das Hilft nicht nur ein optimales Kundenerlebnis zu schaffen, sondern letzten Endes auch Geld zu sparen.

Instructional Designer in der Schweiz
Die Gattung des ID in der Schweiz noch weitgehend unbekannt. Vergleichsweise finden sich Ansätze in Weiterbildugen zum Thema eLearning Design (CAS PHLU). Da das Schweizer Bildungssystem auch nicht gerade das schnellste ist, glaube ich, dass es noch länger auf sich warten lässt, bis wir auf Instructional Design als Studiengang im Weiterbildungsangebot finden werden. Bei grösseren Unternehmen zeichnet sich langsam ab, dass ein Interesse an Talenten besteht, die denen eines Instructional Designers nahekommen. Es ist also eine Frage der Zeit, bis wir mehr von Instructional Design hören werden.

Ein Blogbeitrag von Instructional Designer Joval Lienhardt.



Schreibe einen Kommentar

Bitte achte darauf, alle Felder mit einem Stern (*) auszufüllen. HTML-Code ist nicht erlaubt.

team work2